Arten des Hörverlustes

Wie bitte?

Generell unterscheidet man vier Arten von Hörverlust, die alle zu einem verminderten Hörvermögen führen. Sie unterscheiden sich jedoch in ihrer Ursache und ihren Therapiemöglichkeiten.

Schallleitungsschwerhörigkeit

Die Schallleitungsschwerhörigkeit betrifft das Außen- und Mittelohr. Hierbei können die Schallwellen nicht optimal ins Innenohr weitergeleitet werden. Zumeist geht dies mit einem leichten bis mittleren Hörverlust einher, der sich im Bereich von 25-65 Dezibel bewegt. Teilweise treten Beschwerden solcher Art nur vorübergehend auf. Abhängig von der Ursache können eine medikamentöse Behandlung oder eine Operation Abhilfe schaffen. Das Hörvermögen kann aber auch mit Hörgeräten sowie einem Mittelohr- oder Knochenleitungsimplantat wieder hergestellt werden.

Schallempfindungsschwerhörigkeit

Im Innenohr werden die Schallwellen durch sogenannte Haar- oder Sinneszellen in Nervenimpulse umgewandelt. Sind diese Zellen in der Hörschnecke (Cochlea) jedoch beschädigt, kann das Gehörte nicht mehr richtig verarbeitet werden. Der Mensch leidet dann an Schallempfindungsschwerhörigkeit, die in der Regel dauerhaft bestehen bleibt. Der Grad der Schwerhörigkeit reicht dabei von leicht über mittel und schwer bis hin zu hochgradig. Häufig werden zur Verbesserung Hörgeräte verschrieben, in besonders schweren Fällen empfiehlt sich ein Cochlea-Implantat. Bei partiellem Hörverlust, wenn also nur der Hochtonbereich betroffen ist, wird die kombinierte Elektrisch Akustische Stimulation (EAS) eingesetzt.

Kombinierter Hörverlust

Bei dieser Art des Hörverlusts kann der Schall weder weitergeleitet, noch verarbeitet werden. Es sind somit das Außen-, Mittel- und Innenohr betroffen. Mit Medikamenten, Operationen, Hörgeräten und Implantaten kann der Hörverlust jedoch in vielen Fällen behandelt werden.

Neuraler Hörverlust

Es kann auch vorkommen, dass nicht das Ohr, sondern der Hörnerv geschädigt ist oder sogar komplett fehlt. Dieser neurale Hörverlust ist in der Regel dauerhaft und hochgradig. Hörgeräte oder Implantate helfen hierbei nicht, da der Nerv generell nicht dazu fähig ist, das Gehörte an das Gehirn weiterzuleiten. In vielen Fällen kann das Gehör der Betroffenen jedoch mit einem Hirnstammimplantat (Auditory Brainstem Implant, ABI) wieder verbessert werden.